Dienstag, 19. April 2011

Red River Gorge - Kentucky

Auf unserer Fahrt Richtung Kentucky machen wir einen Zwischenstopp in North Carolina und werden wir von Annette - Schwester eines Freundes von uns - freundlich empfangen. Ihre Adresse diente uns als Basislager für dieverse Materialsendungen und Fresspäckli aus der Schweiz - Vielen Dank! Bei diesem Besuch erleben wir die Kontaktbereitschaft der Amerikaner: Wir werden gleich von Annette's Chef, der sich für die zwei umherziehenden Schweizer interessiert, zum Seafood-Essen mit Meerblick ausgeführt.

Und nun aber definitiv vom Sommer zurück in den tiefen Winter. Je weiter nördlich wir fahren, umso tiefer sinkt das Thermometer, bei Überquerung der Staatsgrenze nach Kentucky schliesslich unter den Gefrierpunkt. Als wir unser Ziel erreichen, hat es gerade aufgehört zu schneien. Dafür treffen wir, dick eingepackt und vor dem Feuer, unsere Freunde Matthias und Karoline an. Sie sind ebenfalls sechs Monate in Nordamerika unterwegs und haben sich ihren VW-Bus rüberschiffen lassen. Mit ihnen verbringen wir die nächsten zwei Wochen. 

Bild von Matthias


























Nach zwei Tagen Frieren kommen wir zum Schluss, dass der Frühling hier wohl noch auf sich warten lässt und mieten eine kleine gemütliche Ferienwohnung am Lago Linda. Linda ist die Besitzerin des Campingareals und hat den Lago selber gebaut.


Lago Linda mit unserem Ferienhaus





























Fast eine Woche später wird das Wetter etwas freundlicher und wir können uns unserer eigentlichen Betätigung im Red River Gorge widmen: KLETTERN! Red gehört zu den besten Sandsteinklettergebieten der Welt. Riesen Höhlen oder Platten mit Wabenstrukturen gestalten die Routen abwechslungsreich und spannend. Nach der langen Kletterabstinenz in Südamerika ist es ein harter Einstieg, geht aber trotzdem ganz flott. Metolius Hängegriff sei Dank;-)

Barbara in Aktion!


























































"Kletter-Autobahnen" durch den Cave




























































An den Ruhetagen geniessen wir das gemeinsame Spielen, Kochen, schwyzerdütsch Reden und wundern uns über die Eigenheiten der Country-Bevölkerung von Kentucky. Matthias und Karoline haben zuvor Kuba besucht, weshalb wir in den Genuss von echtem kubanischen Rum und Tabak kommen.













Samstag, 26. März 2011

Florida





























Vom Spätsommer in den Frühsommer! In Miami ist es 30 Grad und so fahren wir als erstes an den Strand. Wir sind nicht die einzigen und finden heraus, dass zur Zeit Spring Break ist, und wahrscheinlich das halbe Land in Florida Ferien macht. Egal, das Wasser ist warm, der Hamburger gross und gegen Abend fahren wir in den Nationalpark Everglades zum campieren. Auf angelegten Stegen kann man dort über Flussläufe und Sümpfe spazieren und die vielen Alligatoren und Vögel beobachten.



Welcome to America






































Einen Nachtflug später stehen wir auf amerikanischem Boden. Die Einreise funktioniert problemlos und als wir unser Mietauto abholen wollten haben die uns glatt ein Upgrade gegeben, weil unsere Kategorie nicht verfügbar war. Etwas überfordert haben wir uns mit dem grossen Jeep in die Strassen von Miami gewagt. Mittlerweilen haben wir uns schon sehr gut an unser neues Zuhause gewöhnt und auch schon mehrmals drin geschlafen. Keine Ahnung mehr, wie wir jeweils unser Gepäck in den kleinen Autos verstaut haben :-)

Sowieso ist hier alles irgendwie überdimensioniert, Strassen, Autos, Shoppingcenter, Drinks, Gemüse im Supermarkt etc.

Wir haben nun eine US Nummer:  +1 910 742 44 34

Von der Schweiz aus kann man uns für 4 Rappen pro Minute anrufen und zwar mit Helvatel (www.helvatel.ch). Man wählt die Gratisnummer 0840 567 567, wartet die Stimme ab, tippt unsere Nummer ein und endet mit der Gartenhagtaste. Wir freuen uns auf unerwartete Anfrufe!





Adios Argentina

Nach dem Antarktis Trip hatten wir eine Woche Zeit, um die 3'000km zurück nach Buenos Aires zu fahren, unseren neuen Pass und eingestelltes Gepäck abzuholen und unseren ganzen Plunder wieder flugtauglich zu verpacken. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Besuch auf der Isla Valdez, wo es grosse Seelöwen- und Pinguinkolonien gibt. Die Pingus waren schon fast alle ausgeflogen aber die Seelöwen haben zu dieser Zeit ihre Jungen und pflatschen am Strand herum. Man könnte um diese Jahreszeit Orcas beobachten, die sich an den Strand werfen um junge Seelöwen zu holen, aber die hatten an diesem Tag leider keinen Hunger und liessen sich nicht blicken. Also zogen wir weiter und schon bald hiess es von Südamerika Abschied zu nehmen.















































































Sonntag, 13. März 2011

Antarktis

Eine Reise in die Antarktis! Über Monate hinweg haben wir davon geträumt, uns gefragt, obs wohl möglich wird, alles wieder verworfen, von neuem geträumt… Freunde von uns, welche die Antarktis selber auch besuchten, haben uns noch kurz vor unserer Ankunft in Ushuaia sehr ermutigt, dies doch in Angriff zu nehmen. Mit diesem (erneuten) Zuspruch stürzten wir uns ins Gewirr der ushuaianischen Reisebüros. Da vor kurzem ein Schiff auf Grund lief und für die restliche Saison ausfiel, waren die Last Minute Tickets dünn gesät und wir mussten uns rasch entscheiden. Wir gaben uns einen Ruck und zückten unsere Kreditkarten.

Und nun sind wir auf also auf Deck der MS Expedition und warten auf die stürmische Überfahrt der Drakespassage. Die Abfahrt verzögerte sich schon mal um einige Stunden, da in Buenos Aires gestreikt wird und viele Passagiere ohne ihr Gepäck in Ushuaia ankamen. Schlussendlich geht es aber los. Die Drakespassage gilt als die stürmischste Seestrasse der Welt, da kein Kontinent die Winde rings um die Antarktis stoppt. Wir schlucken unsere Antiseekrankheitmedis und gehen zu Bett. Um drei Uhr fängt es an zu schaukeln und hört für die nächsten zwei Tage nicht mehr auf. Der Speisesaal lichtet sich etwas, wir überstehen die Überfahrt erstaunlicherweise gut und können sogar zwischendurch auf dem offenen Deck die riesigen Albatrosse und weitere Seevögel bestaunen. Diese haben eine Flügelspanne von mehr als drei Meter, segeln ohne einen einzigen Flügelschlag im Wind und können dabei sogar ruhen.





























Während der Überfahrt halten mitreisende Geologen, Walforscher (Free Willy Director), Historiker und Ornithologen Lesungen und geben uns Einblick in ihre Fachgebiete und in die uns erwartende Natur und Tierwelt. Am dritten Tag erblicken wir die ersten Eisberge im Meer und schon bald ist Land in Sicht. Wir haben die ersten Inseln vor dem antarktischen Kontinent erreicht. Die Antarktis ist grösser als Australien, besitzt 90% der weltweiten Eismasse und speichert dabei 70% des weltweiten Frischwassers. Die Eismasse ist bis 4‘500 Meter hoch. Im Winter verdoppelt sich die Grösse des Kontinents, da das Meer ringsherum zu Eis wird. Die riesigen Eisberge, die bis 60 Meter zum Meer hinausragen und majestätisch am Schiff vorbeiziehen, beeindrucken uns immer wieder. 





































Unser Schiff ist eines der ersten in dieser Saison, das bis zum südlichen Polarkreis vordringt. Vorher hat es zuviel Eis, als dass man soweit südlich fahren könnte. Mit einem Glas Champagner stösst die Crew mit uns auf dieses selbst für sie nicht alltägliche Ereignis an.

Nun sind wir ready für den ersten Cruise mit dem Zodiakboot, ein etwas robusteres, motorisiertes Schlauchboot. So können wir die Eisblöcke in ihren skurrilen Formen und Farben aus nächster Nähe bestaunen. Von weiss über türkis, tiefblau bis schwarz reicht das Spektrum je nach Alter und Beschaffenheit des Eises. 































Auf den Eisschollen treffen wir auf die ersten Seerobben, die eine Siesta abhalten. Ihnen scheint die Kälte nichts auszumachen. Mit ihrem wasserdichten warmen Fell sind sie wie alle anderen Tiere hier gut ausgerüstet. Sie schauen kurz um, wer da kommt und schlummen weiter.





























Die nächsten Tage sind ausgefüllt mit Landgängen und weiteren Rundfahrten. Wir besuchen grosse Pinguinkolonien. Die jungen Pingus stehen kurz vor dem „Erwachsenwerden“ und sind entsprechend unternehmungslustig. Unter grossem Lärm rennen sie einander hinterher und fordern lauthals ihr Essen, das noch die Eltern aus dem Meer holen, solange die Kleinen noch flauschig (und deshalb noch nicht wasserdicht) sind. Die Pinguine kennen überhaupt keine Scheu gegenüber Menschen und kommen interessiert auf uns zu, um zu erkunden wer sie denn da besucht. Leider sehen wir auch noch einige Junge, die kleiner sind, als sie um diese Zeit sein sollten und wahrscheinlich ihren ersten Winter nicht überstehen werden. Neben den Pinguinenkolonien besuchen wir auch zwei Forschungsstationen.















































Wir treffen immer wieder auf Seehunde und Seelöwen, die einen etwas etwas schnusiger, die andern eher aggressiv. Wie die Pinguine wirken sie an Land tollpatschig, im Wasser drehen sie jedoch flinke Pirouetten.





























„May I have your attention please. There are whales spotted at the bordside of the ship” So oder ähnlich tönt es zwischendurch aus dem Lautsprecher. Wir sind schon auf Deck und erleben eines der Highlights der Reise: Etwa 12 Orkas ziehen an dem Schiff vorbei.
























Durch die ausgefüllten Tage und die vielen wunderschönen Erlebnisse in der Natur, kommen wir fast nicht dazu, das Schiff richtig auszukosten. Dennoch geniessen wir mittags und abends einen Viergänger und sinken nach einem Saunagang ermüdet und gefüllt mit Eindrücken in die weichen Kabinenmatratzen. Nach sieben Tagen in antarktischen Gewässern steuern wir wieder nordwärts. Diesmal sollte die Drakespassage einiges stürmischer werden – 12 Beaufort - Orkanstufe, das bedeutete 140km/h Windstärke, bis 15 Meter hohe Wellen und Schräglage des Schiffes bis 50 Grad. Man muss sich immer irgendwie festhalten, ein Gang zur Toilette wird zur Meisterleistung, ein Essen wird abgesagt, weil alles Geschirr herumfliegt und beim nächsten Essen müssen wir uns am Tisch festhalten. Zum Glück schaukeln unsere Mägen nur im Gleichtakt mit dem Schiff und nicht darüber hinaus. Selbst in der stürmischen See sehen wir aber zwischendurch Wale in den Wellen an unserer Kabinenluke vorbeischwimmen. Wir überstehen auch diese Fahrt gut und kommen müde, aber glücklich und erfüllt wieder in Ushuaia an.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Tierra del Fuego (Feuerland)


Da unser Boot in die Antarktis erst nach einer Woche startet, haben wir viel Zeit um die Gegend am Ende der Welt auszukundschaften. Eine gemütliche Wanderung führte uns durch eine Moorlandschaft zur Laguna Smeralda, ein grüner, kalter Gletschersee. Zudem verbrachten wir einige Tage im Nationalpark Tierra del Fuego, der allerdings mehr an einen Freizeitpark als an ein Naturschutzgebiet erinnert. Es hat aber einige schön gelegene Campingplätze und wenn die Horden von Tagesbesuchern abreisten waren die Seen und Wälder sehr idyllisch.Wir haben sogar ein sehr erFRISCHendes Bad im See genommen:-)


























 



Hier wurden in den 40-erJahren Biber ausgesetzt für die Pelzzucht. Sie haben sich grossflächig vermehrt, da sie hier keine natürlichen Feinde haben und haben die Landschaft nachhaltig verändert. Wir konnten einige Biberdämme und Überreste abgefressener Bäume bestaunen. An einem Abend machten wir uns bei Einbruch der Dunkelheit nochmals auf, um die Biber selber zu sehen. Und tatsächlich schwamm so ein kleines putziges Tier mit langem Schwanz direkt auf uns zu, wohl um zu sehen, wer sich da seinem Revier näherte. Er begutachtete uns kurz und verschwand dann wieder unter seinen gefällten Bäumen.

Biberdamm





























Wir haben auch schon mal einen Teil des Beagle Kanals abgefahren, durch den wir dann mit dem Schiff aufs offene Meer hinausfahren werden. Die Gegend hier ist wild, abgelegen und unberührt. Auf der andern Seite des Kanals gibt es noch einige chilenische Inseln mit den Ausläufern der Anden – die Berge und Hügel sind immer noch erstaunlich hoch. Mittendrin liegt Ushuaia und macht gar nicht den Anschein einer abgelegenen Pampastadt wie wir sie so häufig angetroffen haben. Den grössten Supermarkt, den wir bisher in Südamerika gesehen haben, Camping mit Wi-Fi etc. lassen uns in fast vergessen, dass wir am Ende der Welt sind. Ausserhalb der Stadt fragen wir uns aber einmal mehr, was die Leute dazu bewegt in so lebensunfreundlichen Gegenden zu wohnen bzw. wohnen zu bleiben. Die Temperatur erreicht selbst jetzt im Hochsommer nachts knapp den Gefrierpunkt und der Winter muss hier sehr ungemütlich sein. Einige Fischerdörfer und ein paar abgelegene Höfe mit Schafen scheint alles zu sein was hier überlebt.

Fischerdorf am Beagle Kanal





























Mittlerweilen haben wir uns auch eingehend mit dem weiteren Verlauf unserer Reise beschäftigt. Wir fliegen am 16. März nach Miami und hoffen, bis dann noch ein schlaues Autoangebotzu finden.

uff, das ist noch weit...






Freitag, 18. Februar 2011

Ushuaia - Das Ende der Welt

Seit der Grenze Bolivien/Argentinien haben wir nun doch ein ganzes Stück zurückgelegt.
Die kleine Differenz verzeihen wir;-)
























Südlich, südlich, südlich, bis es nicht mehr weitergeht. Ushuaia liegt am Ende der Welt und ist als südlichste Stadt der Erde Endziel so mancher Südamerikareise. Wir Südendüser können uns dies natürlich auch nicht entgehen lassen und fahren durch das zuerst weiterhin karge, und plötzlich wieder sehr bewaldete Feuerland nach Ushuaia - fin del mundo!































Wobei wir uns fragten; geht es denn nicht etwa doch noch weiter südich? Ist die Reise nun schon zu Ende? Nein, es geht mit dem Schiff doch noch weiter - um es kurz zu machen - ja wir haben den Last Minute Trip in die Antarktis gebucht!!!! In einer Woche stechen wir mit dem Schiff "Expedition" in See. Wir können es noch kaum glauben und sind unheimlich gespannt auf dieses besondere und einmalige Erlebnis.


Unser Schiff












Scobie - unser wissenschaftlicher Expeditionsleiter;-)




Nachtrag Los Glaciares

Hier noch ein Nachtrag der Dynamik. Der Eisblock ist übrigens etwa 50 Meter hoch!

Patagonien - Los Glaciares

Mehr Bilder statt Worte: Wir fanden Eis vor! Grösse, Dynamik und Sound der Eismasse waren beeindruckend.
 



 












Patagonien - Fitz Roy und Cerro Torre


Die beiden Berge gehören zu den markantesten Gipfel weltweit. Die Gegend ist perfekt ausgestattet für kürzere und längere Trekkings und so beschlossen wir kurzerhand einen Testlauf zu machen für das längere Trekking, das wir im chilenischen Torres del Paine planen. Vollbepackt mit Zeltausrüstung und Food für gut drei Tage zogen wir bei strahlendem Sonnenschein los. Überall schienen die Leute entzückt zu sein über das herrliche Wetter, dies ist allem Anschein nach überhaupt nicht die Regel in dem sonst windgepeitschten Patagonien. Wir genossen es und erreichten das erste Camp, wo wir einen herrlichen Aussichtsplatz zum Übernachten fanden.




























 
Nach einem Ausflug zu einem der vielen Gletscherseen zogen wir den nächsten Trumpf aus dem Rucksack: Ein (nicht ganz schweizerisches) Käsefondue, aber es schmeckte ganz gut und einen so exklusiven Fondueplatz hatten wir noch nie!





























Am nächsten Morgen hiess es um 4 Uhr aufstehen, da wir für den Sonnenaufgang am Fuss des Fitz Roy, bzw. des Gletschers sein wollten. Eineinhalb Stunden steil bergauf, und dann liess die Sonne auf sich warten. Schlussendlich kam sie und verwandelte den schlafenden Fitz in einen glühenden Berg. 





























Der Abstieg wurde dann für mich, Barbara, zur Qual. Ich habe mir wahrscheinlich am Tag vorher auf dem Moränengeröll den Fuss überdehnt und kam nur noch mit Mühe den Berg hinab. Zurück im Camp gab es daher zuerst mal eine ausgedehnte Pause. Die nächste Etappe zum berühmten Kletterberg Cerro Torre sollte auch nicht soweit sein und so zogen wir erst am späteren Nachmittag wieder los. Urs bastelte mir zwei Wanderstöcke und so ging es einigermassen. Allerdings hatten wir doch einiges länger als normal und als es gegen 10 Uhr eindunkelte (ja wir sind schon recht südlich) mussten wir verbotenerweise wild campieren. Am nächsten Morgen zog Urs alleine los zum Aussichtspunkt für den Sonnenaufgang. Ich lugte nur zum Zelt aus, selbst das spektakulär. Vielleicht werden wir doch noch Frühaufsteher!





























Am Abend kamen wir müde aber glücklich nach drei wolkenlosen Tagen wieder in Chaltén an. Bei Abfahrt setzte der starke Wind wieder und die Wolken umhüllten die Gipfel.