Dienstag, 28. Dezember 2010

Cusco - Machu Picchu

Nach 17-stündiger, sehr kurvenreichen Busfahrt sind wir in Cusco angekommen. Cusco ist die touristische Hochburg Perus - von hier aus besucht man die berühmten Inkaruinen auf Machu Picchu. Auf den 4-tägigen Inkatrail haben wir nach unserem Regentrekking verzichtet. Alternativ kommt man nur mit dem überteuerten Zug oder über einen mehrtägigen, komplizierten und in der Regenzeit scheinbar gefährlichen Bus-Taxi-Wanderweg hin. Als wir realisierten, wie teuer das Ganze wirklich ist, haben wir uns ernsthaft überlegt, auf das touristische "must-see" zu verzichten. Aber als Europäer nach Cusco zu reisen und Machu Picchu nicht zu sehen ist etwa wie wenn ein Japaner bis Grindelwald kommt und nicht aufs Jungfraujoch geht, also machen wir uns auf, für teure 200 US$ Zug- und Eintrittstickets zu kaufen. Dies ist alles andere als einfach, man kann in Peru nicht einfach am Bahnhof ein Rail-away lösen. Die zahlreichen Agenturen auf der Strasse verkaufen nur noch teurere all-inclusive Pakete. Der Bahnhof ist geschlossen und das Kulturbüro, das die Eintrittstickets verkauft (nein, am Eingang sind die nicht erhältlich...) hat dieses Jahr scheinbar mehrmals den Standort gewechselt und ist nicht mehr offen, als wir es endlich finden. Langer Rede kurzer Sinnn: schlussendlich ergattern wir alles Nötige - Machu Picchu wir kommen!

Die Inkastadt liegt versteckt auf einem Hügel, spektakulär umgeben von vielen, tropisch bewaldeten höheren Hügeln, noch weiter hinten liegen ein paar Sechstausender. Unten im Tal fliesst ein reissender Bergbach. Wie die Inkas darauf gekommen sind, in diesem abgelegenen Ort ihre Stadt zu bauen, weiss man nicht genau. Wiederentdeckt wurde sie erst Anfang 20. Jahrhundert. Die Ruinen sind alle sehr gut erhalten, was von der Bauqualität der Inkas zeugt. Die heutigen peruanischen Maurer könnten da noch einiges dazulernen...




Wir planten früh loszuwandern, damit wir bei Toröffnung dort sind und vor den Touristenhorden ein paar Fotos machen können. Vom Tal aus hinauf braucht man etwa eineinhalb Stunden aber so können wir den ebenfalls teuren Bus umgehen. Um 4 Uhr regnet es in Strömen. Wir stellen den Wecker eine Stunde später. 5 Uhr: immer noch sintflutartiger Regen. Wir beschliessen, doch den Bus zu nehmen und hoffen, dass es bald etwas nachlässt. Als wir oben ankommen hat der Regen aufgehört. Nebelschwaden kommen und gehen, verhüllen innert Minuten alles und ebenso schnell reisst es wieder auf. Gegen Mittag zeigt sich langsam die Sonne und den ganzen Nachmittag verbringen wir bei strahlendem Sonnenschein. So gutes Wetter hatten wir noch nie im peruanischen Hochland!
































Hinter der Ruinen erhebt sich ein weiterer steiler Hügel, von dem aus man eine gute Aussicht auf die Anlage hat. Weil uns die tropische Vegetation so gut gefällt, nehmen wir die längere Strecke retour, die an einem weiteren Inkatempel vorbeiführt. Nach über 4h steilem auf und ab wird das Wasser knapp. In den Ruinen sind keine Esswaren und Getränke erlaubt und wir konnten nicht soviel hineinschmuggeln, wie wir für diese Wanderung gebraucht hätten. Als wie am späteren Nachmittag erschöpft nach Machu Picchu zurückkommen, sind dafür die meisten Touristen abgereist. Wir können uns nochmals in Ruhe alles ansehen bevor wir uns, diesmal zu Fuss, zurück ins Tal aufmachen.

Fazit: beeindruckende Architektur eingebettet in grandiose Landschaft; touristisch ausgeschlachtet mit unverschämten Preisen auf hohem Schweizer-Niveau; alles in allem aber ein sehr cooler Ausflug.
Wir sind nun zurück in Cusco und düsen morgen weiter südlich in die Grenzstadt Puno und werden, wenn alles klappt mit dem Grenzübergang, noch dieses Jahr nach Bolivien einreisen.

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